Der Rheinpfalz, 2.5.2011, "Lutz Koppetsch & La piccola banda"
Main Post, 13.2.2011, Trio Comet ... Aus dem Publikum kommen Bravorufe. Jürgen Baerwind, Vorsitzender des veranstaltenden Kunst- und Kulturvereins Lohr und selbst 30 Jahre lang Geiger in einem Symphonieorchester, resümiert: „Das war authentische Musik und Kultur unserer Zeit. Wir müssen uns mit den Komponisten der Neuzeit beschäftigen und sind es auch den Musikern schuldig, dass wir ihre neue Musik aufführen.“ Es sei eine Frage von Mut, wegzugehen von Konzerten der schönen, tonalen Musik und stattdessen den Zuhörern etwas Ungewohntes anzubieten.Die Reaktionen der Gäste reichen von „aufwühlend und ungewöhnlich für die Ohren“ über „extrem schwierig zu spielen, aber hochinteressant; da blitzen Gedanken beim Zuhören auf“. Ein „Liebhaber der Musik“ kommentiert das Konzert so: „Eine tolle Anregung! Ich bin glücklich, hier zu sein.“ ...
Wittlager Kreisblatt, 17.03.2005 ... „Es war ein Erlebnis“, schwärmten die beeindruckten Konzertbesucher. […] Mit ihrem vielseitigen Programm ließen Lutz Koppetsch […] und sein Pianist die Kombination dieser gegensätzlichen Instrumente zu einem interessanten und mitreißenden Hörerlebnis werden. Ein aufgeprägtes Gefühl für Tonformung und –färbung zeichnete ihre Interpretationen aus.[…] Während einer viersätzigen „Sonate“ von Paul Hindemith bestach der Saxophonist mit virtuosen Registerwechseln, einer unglaublichen Atemtechnik und einer breit gefächerten Dynamik. […]
Il Giorno, 23.02.2005 Lutz, der Saxophon-Mann überrascht
Schneegestöber, vorgestern Abend in Mailand, wie in ganz Italien. Sehr kalt. Geht man aus? Geht man nicht aus? Man geht aus. Auch wenn es den Eindruck macht, als herrsche reiner Stakhanovismo. Im Teatro Litta gibt es im Zyklus „Junges Europa in Musik“ der Società del Quartetto ein Saxophonkonzert. Jazz? Nein, Klassik. Übrigens hat Jan Scuhe-Bunert abgesagt, weil er sich bei einem Sturz (im Schnee) verletzt hat, aber wie ein Wunder hat sich ein Ersatz gefunden in Form des tapferen Lutz Koppetsch. Nun, das Konzert mußte man machen, koste es, was es wolle. Und es geschieht etwas, was immer seltener geschieht: Lutz Koppetsch (aus Aachen, Jahrgang 1976, Studien in Amsterdam, Paris, Versailles, Gewinner internationaler Wettbewerbe, seit 2004 Professor für klassisches Saxophon in Würzburg) ist ein großer und magerer Blonder. Auf der kleinen Bühne des Litta sind er und der hervorragende Begleiter Stanislav Unland-Boianov. Koppetsch hat sein Instrument im Arm und verschmiltz mit ihm, eine Art Saxmensch. Die monströse Agilität in „In Freundschaft“ von Stockhausen, ein Stück, das eigentlich für Klarinette geschrieben war, wird für Sopransaxophon Blasakrobatik an den Grenzen der Ausführbarkeit. Bei der Hindemith-Sonate wird die Stimmung nostalgisch, keck in der von Creston, heiter, teuflisch und sinnlich im Scaramouche von Milhaud. Das Publikum ist hingerissen, verblüfft, überwältigt. Zwei Zugaben. Alles geschehen im Litta, an einem kalten Abend mit Schneegestöber.






